Am 6. Oktober 2020 fand die vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege organisierte erste vollständig digitale Konferenz zum Thema “Covid19 und Digitalisierung – Erwartungen und Chancen” statt.

Wir freuen uns sehr, dass Prof. Dr. Georg Schmidt (Technische Universität München) unsere gemeinsam entwickelte Fernüberwachungslösung von COVID-19-Patienten (Remote Patient Monitoring) vorgestellt hat. Dieses Monitoringsystem wird im Rahmen der seit April laufenden TELECOVID-Studie eingesetzt.
Unter dem Titel “Verbessert Telemonitoring von Covid-19-Fällen in der Häuslichkeit die Versorgungsqualität und entlastet die akut-stationären Ressourcen?” gab Prof. Dr. Schmidt eine Übersicht über den Studienaufbau und deren Ziele. Mit einer anschaulichen Animation konnte er die Entwicklung des “Gefährdungszustands”, der auf dem National Early Warning Score (EWS) basiert, einiger Patienten aufzeigen. Die aktuell auf München eingegrenzte Studie kann laut Prof. Dr. Schmidt auf weitere Regionen – national wie international – ausgeweitet werden, auch über die aktuelle Pandemie hinaus. So ist die Fernüberwachung von Patienten mittels unserer Technologie ebenso gut für weitere Erkrankungen, wie bspw. Herzkrankheiten, COPD oder anderen chronischen Leiden denkbar.

Im späteren Verlauf der Konferenz fand eine Diskussionsrunde zu Chancen und Risiken neuer Anwendungen und Wearables im Gesundheitsbereich statt. Neben Prof. Dr. Schmidt nahmen Prof. Dr. Jörg Debatin vom Bundesministerium für Gesundheit sowie Prof. Dr. Lothar H. Wieler des Robert Koch-Instituts teil. Eine der wichtigsten positiven Resultate, die bisher aus dieser Pandemie gezogen werden konnten, ist die gestiegene Akzeptanz für digitale Lösungen in der Medizin – nicht nur bei Patientinnen und Patienten, sondern auch bei den Leistungserbringern, wie Praxen, Kliniken und Krankenkassen. Dass diese Akzeptanz auch über die Pandemie hinausreichen wird, ist anzunehmen und freut uns in unserem Bestreben, die digitale Gesundheitsversorgung und insbesondere die Fernüberwachung von Patienten voranzubringen, sehr. Wie in der Diskussion betont wurde, ist es für die Erreichung dieses Ziels u.a. wichtig, dass der jeweilige positive Nutzen der Gesundheits-Apps und -Wearables für den Einzelnen in den Vordergrund gestellt wird.

Erfreulicherweise haben das Bundesministerium für Gesundheit und das dazugehörige health innovation hub (https://hih-2025.de/) bereits während der ersten Welle der Pandemie ein sehr großes Hilfsangebot der Digitalszene in Deutschland in Form von verschiedenen technischen Lösungen und Tools erhalten. Hieraus ergaben sich bereits vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Weiterentwicklung der Digitalisierung des Gesundheitswesens. Nicht nur in der Fernüberwachung bereits Erkrankter, sondern vor allem auch zur Prävention und Prädiktion von Erkrankungsrisiken.

Der gesamte Vortrag von Prof. Dr. Schmidt (00:27:00 – 00:45:00) sowie die Diskussionsrunde (01:43:00 – 02:14:00) wurden aufgezeichnet. Hier geht es zum Video (unter dem Punkt “Live-Übertragung”): https://www.stmgp.bayern.de/ministerium/digitalisierung/

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